Ihre Chance zu integrierter Kommunikation

Klaus-Michael Erben

01.03.2010

Zu gut, um nicht darauf zu verweisen. Björn Eichstaedt von Storymaker erklärt den integralen Ansatz von Online-Kommunikation am Beispiel von Mutter Erde: Mir gefielt diese bildhafte Beschreibung, weil sie hilft, Berührungsängste abzubauen - oder noch eher, weil sie ein passender Beitrag dazu ist, die digitale Kluft zu verringern.


03.02.2010

Vor allem informelles Kommunizieren und Handeln ist weiter im Vormarsch. Darauf machte in seinem Eröffnungsbeitrag auf der Learntec 2010 Pieter de Vries von der Universität Delft aufmerksam.  Mehrheitlich seine jüngeren Zeitgenossen betitelte er mit dem Ausdruck 'homo zappiens', wissbegierig jedoch oft orientierungslos. 80 Prozent unserer Zeit sei der heutige Wissensarbeiter am Lernen, ohne dies selbst so zu nennen. Denn auch und gerade Kommunikation am Arbeitsplatz, Recherche im Internet, elektronisch unterstützte Zusammenarbeit vergrößere das Wissen des einzelnen im Umgang mit der sich immer stärker vernetzenden Welt. Formelles KLassenraumlernen werde dadurch in den Hintergrund gedrängt. Statt Beidenungsanleitungen zu lesen, werde immer öfter das sich in den social media formende persönliche Netz befragt. Das hat erhebliche Auswirkungen auf Erfolgsstrategien in der Kundenkommunikation. Bereits morgen gilt es, zu erkennen, in welchen Netzen sich der eigene Kunde gerade bewegt.


23.01.2010

Beteiligt sein, zuhören, mit entscheiden - ein für jeden berechtigtes Anliegen. Demokratie also. Die Süddeutsche Zeitung stellt - leider nicht online! - am 23. Januar angesichts konkurrierender Bürgereintscheide zu einem in Hamburg geplanten Innenstadt-Warenhaus von IKEA die Frage: Wem gehört die Stadt? Wenig später auf der ersten Feuilletonseite (auch nicht online) analysiert Andreas Zielcke punktgenau die Psyche der Finanzbranche. Sie leite ihre Profitkraft daraus ab, sich dem Blick auf die reale Welt bedingungslos zu entziehen. Trotz des sekündlichen Abrufs von Nachrichten aus der Aussenwelt zählten nur solche Daten, die sich in die monitäre Logik der Finanz-Binnenwelt übersetzen lassen. Eine Verweigerung von Dialog auf den Schultern des Rests der Welt - wem gehört die Welt?


19.01.2010

Schlicht, klar, vielleicht noch bildhaft darf heute das gesprochene und viel mehr noch das geschriebene Wort sein. Geschuldet der geringen Zeit, die einem der andere an Aufmerksamkeit schenkt, verdichtet aus dem Kalkül heraus, nützlich sein zu müssen. Doch es gibt noch Nischen. Das lässt sich erleben, wenn man den Redetext von Papst Benedikt XVI bei seinem Besuch der römischen Hauptsynagoge liest. So spricht er bspw. nicht von helfen, sondern davon, ein Werk der Hilfe geleistet zu haben - das klingt nach Bildmalerei, nach einer Textunterzeile zum Deckengemälde der Sixtinischen Kapelle. Unerwartet lesenswert, ohne dass einem der Inhalt durchweg zusagen muss.


12.01.2010

Ist das die Zukunft der Kommunikation? Ein Geschäftspartner meinte, dass ich wohl deshalb von einem seiner Bekannten keine Mail-Antwort erhalten habe, weil dieser nahezu ausschließlich noch in seinen Netzwerken kommuniziere. Wer nicht als Freund oder akzeptierter Kontakt gelistet sei, werde von ihm schnell übersehen. Dieses 'my village'-Gebahren ist die natürliche Fortsetzung der Suchmaschinenlogik - Überraschungen ausgeschlossen. Eine besondere Art der Konzentration auf die sog. Kernkompetenzen - immerhin jedoch haben namhafte Forscher festgestellt, dass eine solche Konzentration zumindest für Unternehmen auf Kosten der Produktivität geht. Im individuellen Fall auf Kosten der Kreativität, oder?


08.12.2009

Robust. Langsam infiltriert dieses Wort unser Kommunikationsrepertoir. Vormals bezog es sich auf Dinge und attestierte ihnen, auch unter ungünstigen Bedingungen zuverlässig zu funktionieren. Jetzt wird es auf Handlungen bezogen und besagt, sich bei deren Umsetzung von nichts und niemandem beirren zu lassen - im Zweifelsfall mit Gewalt. Über Ethik und Moral wird dazu an höherer Stelle entschieden. Fraktion A meint: Genau deshalb sollte man dieses Wort wieder streichen - unverzüglich. Fraktion B diskutiert über die Umstände - man muss sie ins Kalkül ziehen.


09.11.2009

Packend. Vom Redeauftritt einer Person lässt sich unmittelbar auf dessen Bereitschaft zu kommunizieren schliessen. Friedensnobelpreisträger Muhammed Yunus machte jetzt in Wiesbaden sein Interesse am anderen eindrucksvoll klar durch eine packend beispielhafte Schilderung. Die Begegnung mit einer bitterarmen Bambusstuhlherstellerin führte ihn zu seinem Ansatz der Mikrokreditvergabe. Sein hautnahes Erleben der Grundbedürfnisse in Ernährung und Gesundheit stand Pate für die von ihm begründete Social Business Bewegung.


30.10.2009

Priorisieren. Wer das boomende Thema 'Wirtschaft und Ethik' verfolgt, bekommt pro Woche gleich mehrere Einladungen - mal von Buchautoren, die Allgemeinplätze vermitteln, mal von World Cafés für neue Einsichten im Kreis Gleichgesinnter und dann - erfreulich - auch von wirklich Berufenen, die dicke Bretter bohren: www.kloster-academie.de und www.schweisfurth.de sind hier zu nennen.


30.10.2009

Wichtig. Das ab 2. November im Tabloid Format erscheinende Handelsblatt enthält täglich auch eine Seite zu Familienunternehmern - so will die Redaktion gezielt nicht nur Nachrichten aus dem Mittelstand darstellen, sondern Vorbilder kreieren. Mal sehen, ob dort auch auf die unselige Rolle der Insolvenzverwalter eingegangen wird. Deren Devise "abwickeln und gut ist's" tritt immer offensichtlicher zu Tage.


10.10.2009

Seltsam. Zeitungsprintausgaben mutieren zu Tabloids oder verschwinden ganz. Darunter leiden nicht zuletzt die politischen Karikaturisten. Immer seltener stoße ich auf diese feine Art, in einem Bild mehr als 1000 Worte zu sagen. Hier ein auf die Beraterzunft gemünztes Beispiel: Cartoon


09.10.2009

Klug. Zum eigenen Erfolg gehört, sich ab und an für Lebenshilfe nicht zu schade zu sein. Dass hierzu nicht immer aber mitunter doch das Lesen kurzer Texte beitragen kann, beweisen die Sparks von Clinton Callahan.